28.01.2017

Tipps zum gründlichen Ausmisten

Jedes Jahr im Januar überfällt mich der Aufräumwahn. Draußen ist meistens kalt und trübe, man ist doch mehr in den eigenen vier Wänden, also soll es da auch behaglich und ordentlich wirken. Viele Tipps zum Ausmisten habe ich ja schon mal in diesem Post geschrieben, aber dieses Jahr bin ich es noch radikaler angegangen und ihr glaubt nicht, was einem plötzlich bewusst wird - dazu später
mehr - und was sich für Dinge sich anfinden, von denen man gar nicht wusste, dass man sie besitzt! Ich miste übrigens seit einer Woche aus und ich bin noch nicht fertig.

Hier also meine aktualisierten Tipps!

1. Nehmt Euch jeden Raum einzeln vor

Geht Raum für Raum vor. Und noch besser, nicht alle an einem Tag, Ein, zwei Räume pro Tag reichen! Für den Kellerraum habe ich sogar mehrere Tage benötigt! Beginnt erst mit dem nächsten Raum, wenn ihr Euch sicher seid, dass ihr alles in dem Zimmer durchgesehen habt. Zuerst schaut alles an, was sichtbar ist, Dekorationsartikel, Bücher, usw, dann kommen die Schränke und Schubladen ran. Nehmt alles mal in die Hand und überlegt Euch folgendes:

  • Mag ist es noch?
  • Passt es noch zu meinem Stil?
  • Habe ich eine positive Erinnerung, die ich mit dem Gegenstand verbinde?
  • Kann ich es WIRKLICH noch gebrauchen? 


Gerade der letztere Punkt ist wichtig, denn wie oft hebt man etwas auf "weil man es noch irgendwann gebrauchen kann" (oh, mein Mann ist perfekt darin :-)) Irgendwann ist fast immer nie. Der Geschmack verändert sich, Dinge werden alt. Ich hatte zum Beispiel Unmengen an verschiedenen Servietten "wenn Gäste kommen". Aber wenn Gäste kamen, habe ich meist neue Servietten gekauft, weil die besser zur aktuellen Kaffeetafel passten. Übrigens: Angebrochene Packungen auch zeitnah aufbrauchen oder entsorgen! Ich zum Beispiel decke nie zweimal mit den selben Servietten, also werfe ich die restlichen direkt weg ehe sie jahrelang in der Schublade verschwinden. Meine Mutter verwendet sie übrigens, um Biomüll einzuwickeln oder als Kaffeetassenuntersatz. Auch eine Idee.

2. Nun geht es ans Sortieren 

Sortiert jeden Gegenstand nach folgendes Kriterien

  • Was ihr behalten wollt, packt es an seinen Platz zurück
  • Dinge, die noch gut zum Verschenken geeignet sind 
  • Dinge für Flohmarkt/ ebay/ Oxfam/ zum Spenden
  • Dinge für den Müll/ Wertstoffhof. Auch hier ehrlich vorgehen: Ist der Gegenstand wirklich noch zum Verschenken geeignet, freut sich der Beschenkte darüber oder ist es nur so, dass ich ihn nicht wegwerfen möchte? Ist das wirklich noch ein Flohmarktartikel oder ist der Gegenstand kaputt/ veraltert und sollte nicht mehr verkauft werden? Ich bin ja ein Flohmarktgänger und frage mich immer wieder, was da so an den Ständen liegt, das meiste gehört meines Erachtens einfach auf den Müll. 


3. Schaut wirklich ALLES durch

Wenn ich sonst ausgemistet habe, habe ich vieles doch noch aufgehoben oder habe manche Dinge schlichtweg nicht beachtet, eben "weil man es sowieso noch gebrauchen kann", darunter fallen Dinge wie

  • Servietten
  • Bastelmaterial
  • Kerzen
  • Geschenkpapier
  • Stoffe
  • Tee
  • Stifte
  • Dekorationsartikel
  • Handtücher und Putztücher
  • Kosmetikartikel (ja, auch die kleinen Hotelfläschen, die schon 5 Jahre herumliegen)
  • alte Schulbücher/ Schulhefte
  • Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel
  • alte Zeitschriften
  • Gürtel
  • Schals/ Halstücher
  • Socken
  • Unterwäsche
  • Plastikdosen für Vorräte (welche benutzt ihr wirklich?)
  • Spielzeug
  • Bücher, die man gelesen hat oder nie lesen wird (auch Kochbücher, aus denen man nie kocht)
  • DVDs 
  • Vasen
  • alte Grußkarten
  • Spiele, die nicht vollständig sind (die gehören übrigens NICHT in die Flohmarktkiste, alles schon erlebt)
  • Schmuck
  • alte Kassenbons
  • Blumenübertöpfe
  • Bilderrahmen
  • Partyartikel

Diesmal habe ich wirklich ALLES durchgesehen. Geschenkpapier zum Beispiel. Unzählige Rollen waren irgendwann mal benutzt und standen seitdem herum "für einen anderen Anlass". Manches war tatsächlich schon vergilbt, weil es am Fenster stand! Und überlegt Euch, ob es diesen "anderen Anlass" tatsächlich noch gibt, Papier mit Bärchen drauf,ob wohl die Kinder schon größer sind, Papier mit Hirschmotiv, das mal im Herbstsale gekauft wurde usw. Man will ja auch Geschenke nicht mit irgendeinem Papier einpacken, das man gerade noch zufällig hat, oder? Also, altes Papier kommt weg! 

Oder Thema Kerzen: Ich war erstaunt, wie viele Kerzen ich hatte "die man ja mal abbrennen kann". Blaue, pinkfarbene, schiefe, usw. Ich mag aber nur weiße Kerzen, die anderen lagen also "für irgendwann" herum. Ich habe sie entsorgt. Und ihr glaubt nicht, wie viele Teelichthalter und Kerzenständer ich gefunden und in die Flohmarktkisten gepackt habe. Ich werde mir ein Teelichthalter-Kaufverbot auferlegen :-) Übrigens, das nebenbei, bei Kleidung ist es auch oft so: Sortiert doch mal Euren Kleiderschrank nach Farben und ihr werdet überrascht sein, wie viele weiße Blusen/ schwarze Pullis usw auftauchen, ich wette!



Schaut auch Eure Lebensmittel durch, welche Teesorten gammeln zum Beispiel im Schrank, weil man die Sorte probieren wollte, einem aber doch nicht schmeckt? Oder längst abgelaufene Backzutaten? Gewürze, die verfallen sind oder Mischungen, die ihr nie verwendet? Diese Prozedur mache ich übrigens alle zwei Monate und es findet sich immer etwas. 

4. Trennt Euch direkt davon

Die Sachen für den Müll werft ihr direkt weg oder fahrt sie zum Wertstoffhof. Sollten es sperrige Dinge sein, bestellt den Sperrmüll. Kümmert Euch auch direkt um einen Flohmarktstand - jetzt bekommt man noch gut einen Tisch reserviert, auch für die Sommermonate! Stellt die Dinge zeitnah bei ebay ein. Fahrt die Sachen, die ihr spenden möchtet, so schnell wie möglich weg. Ansonsten besteht die Gefahr, dass man ein paar Tage später sagt: Ach, das ist ja doch noch schön...und aus meiner Erfahrung raus packt man es zurück und dann liegt es wieder nur herum. 

So, ich hoffe, ihr seid jetzt motiviert! Ich finde es sehr befreiend, sich mit weniger und wirklich schönen Dingen zu umgeben und es hat noch einen positiven Nebeneffekt: Man findet vieles wieder schneller :-) 

Eure


Kommentare:

  1. ♥ Guten Morgen Tinka,
    musste eben so lachen, denn seit Jahresanfang bin ich selbst am ausmisten und bei anderen Bloggern stolpere ich über selbes Thema. Ich schenke diesem CLEAN Living Thema so viel Aufmerksamkeit, dass ich es förmlich anziehe ;) Aber ich durfte feststellen, es ist befreiend, schafft Raum und je weiter man es treibt, desto mehr motiviert es.

    Dir ein wunderschönes Wochenende, liebe Grüße, Liane ♥

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    1. Liebe Liane,
      da kann ich komplett zustimmen, ich habe erst klein angefangen und dann wirklich so vieles weggeworfen bzw weggegeben wie noch nie!
      LG
      Tinka

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  2. mir gehts ähnlich. jeden januar überfällt mich so ein ausmist-marathon. und nicht selten verliere ich bei meiner hals-über-kopf aktion den überblick und lande im völligen chaos. ;-)

    deine tipps sind super, ich werde auf jeden fall einiges davon ausprobieren.
    denn du hast absolut recht: danach fühlt man sich unglaublich gut und ich freu mich immer über die "abschieds-momente".

    lieben gruß
    rebecca

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    1. Danke Dir, Rebecca! Ich war heute shoppen und Du glaubst nicht, wie viel weniger ich gekauft habe, weil mir jetzt erstmal bewusst wurde, was ich noch alles habe! Wirklich wahr!
      LG
      Tinka

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  3. das hast du sehr toll geschrieben- ich miste auch so gerne im Januar aus! es kostet immer ein wenig Überwindung, wirklich so hart mit sich selbst ins Gericht zu gehen und sich immer wieder zu fragen, ob man das oder jenes auch WIRKLICH braucht.. aber zurück bleibt immer ein unglaublich befreites Gefühl und toll aufgeräumte Möbel- das ist es definitiv wert !!

    love und ein erholsames WE !
    sophia

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    1. Liebe Sophia,
      absolut, wie Du schreibst, man muss wirklich hart sein, Du glaubst zum Beispiel nicht, wie viel wirklich nicht schönes Partydekorationsmaterial ich über Jahre aufgehoben habe, weil es ja immer mal wieder Geburtstage gibt usw. Ja, aber will ich da wirklich so eine alte, bunte Girlande aufhängen? Jetzt ist sie im Papiermüll wie so viele Sachen, bei denen es ähnlich war :-)
      LG
      Tinka

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  4. Liebe Tinka,
    da habe ich mich aber erkannt in deinem Text ...
    Windlichter ... Kerzen ... Tee ... alles so Punkte die auf mich zutreffen.
    Ich habe mir gerade ein Kaufverbot auferlegt für einige dieser Dinge.
    Erst müssen die Schubladen leer sein ... dann darf wieder gekauft werden ...

    Für mich trifft das auch bei Geschekbändern, Geschenkanhängern und Masking Tapes zu.

    Herzliche Grüße
    Jutta

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    1. Liebe Jutta, Geschenkbänder, um die Schublade muss ich mich noch kümmern :-) Oja, bei Masking Tapes stimme ich Dir auch zu, da habe ich auch einige überall verstreut gefunden!
      LG
      Tinka

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  5. Das sind richtig tolle Tipps. Ich habe jetzt total Lust aufs Ausmisten bekommen.

    Liebe Grüße
    Kristin

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  6. Hallo Tinka!
    Wie passend, dein Beitrag! Ich bin auch gerade am Ausräumen und Wegwerfen. Ich habe mir gerade den Weihnachtsschmuck vorgenommen. Und in den nächsten Tagen geht es mit dem Klamottenkasten weiter. Ausmisten hat doch etwas befreiendes!!!
    Liebe Grüße Kerstin

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    1. Da stimme ich Dir zu, ich bin fast fertig und sooo zufrieden damit!! Bei den Weihnachtssachen habe ich auch mal rigeros ausgemistet.
      LG
      Tinka

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  7. ...hi, hi, und am meisten muss ich dann immer grinsen, wenn ich Stücke bei dir entdecke, die ich auch (noch) besitze.
    Dein Post kommt zur rechten Jahreszeit!
    Sei so lieb gegrüßt
    Gabi

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    1. :-)) Wir haben wohl einen ähnlichen Geschmack!
      LG
      Tinka

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  8. Ausmisten ist bei mir ja auch Dauerthema... Leider kann ich aber auch alles gebrauchen, und sei´s für den Materialfundus in der Schule oder für meine eigenen Projekte. Selbst Aufräumbücher stapeln sich bei mir mittlerweile ;-)... Letztes Jahr hatte ich einen "WegdaMit(t)woch" als Motivationshilfe. Damit werde ich jetzt wieder anfangen und die aussortierten Sachen weiterverschenken.
    Liebe Grüße von mir, die aus dem Ausmisten wohl nie rauskommt!
    Solveig

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    1. Bei mir war es so, dass ich jahrelang so Bastelunterlagen aufgehoben hatte. Da hat mein Sohn damals drauf geknetet. Da das Knetalter nun vorbei ist, habe ich diese Unterlagen entsorgt und was soll ich sagen? Ein Tag später kam mein Sohn und sagte, er bräuchte für die Schule so eine Unterlage!!! Zehn Jahre lagen sie rum. Gut, ich hab neue gekauft. Ein Euro :-))
      LG
      Tinka

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