06.03.2015

Auf den Spuren von Hildegard von Bingen und ihre berühmten Nervenkekse

Habt ihr schon von Hildegard von Bingen gehört? Sie war zu Zeiten des Mittelalters eine Heilige der römisch-katholischen Kirche, erste Ärztin, Universalgelehrte, Dichterin, Komponistin und Naturforscherin. Nach Ihrer Zeit gerieten viele Ihrer Lehren in Vergessenheit, bis 1970 ein österreichischer Arzt sie wieder aufleben lies - im Zeitalter der immer chemisch werdenden Schulmedizin. (Quelle und zum Weiterlesen hier oder hier). 


Wir haben uns in Bingen auf Ihre Spuren begeben! Der bekannte Mäuseturm war gerade in Restauration. 

Zuerst waren wir im Museum am Strom. Dort gibt es zahlreiche Informationen über ihr Leben. 


Man findet dort auch eine kleine Ausstellung über Römer/die Stadtgeschichte. Drei Räume waren historisch eingerichtet, schaut mal die Tapete, ich fand sie so schön! 


Weiter ging es zur Rochuskapelle, früher ein Verehrungsort für Hildegard von Bingen. Die Originalkapelle brannte 1889 aufgrund eines Blitzschlages nieder. In der wieder aufgebauten Kapelle widmete man nun einen Altar der Heiligen. 


Nahe der Kapelle befindet sich ihr Kräutergarten, der heute von Kreuzschwestern gepflegt wird. Dort wachsen in der warmen Jahreszeit über 80 Heilkräuter und Bäume, die auf Niederschriften Hildegards zurückzuführen sind. Jetzt im Winter war der Garten leider geschlossen. 


Gleich nebenan ist das Hildegard-Forum der Kreuzschwestern. Dort gibt es einen kleinen Laden mit Produkten ihrer Lehren, wechselnde Ausstellungen und Vorträge finden statt und man kann dort auch Mittagessen. Haben wir nicht, sah aber gut aus und wir werden das sicher mal nachholen. 

Wer also in der Gegend ist, sollte sich das alles mal ansehen, es ist wirklich sehr interessant. 


Sehr bekannt sind heutzutage ihre Nerven- oder auch Energiekekse aus Dinkelmehl. Dinkel, der durch sie eine Renaissance erfuhr, wirkt nach Ihrer Theorie beruhigend und immunstärkend, Zimt hellt die Stimmung auf. Ein idealer Snack bei einem kleinen Tagestief! 


 Das Rezept ist aus dem Original Dinkelkochbuch von Hildegard, ich habe es leicht abgewandelt.

Nervenkekse nach Hildegard von Bingen

Ihr benötigt für ein Blech

90g Butter oder Margarine, 4 Esslöffel Rohrzucker, ein Ei, zwei Messerspitzen Zimt, 200g Dinkel-Vollkornmehl, 50g helles Dinkelmehl, eine Messerspitze Backpulver

Butter oder Margarine mit dem Zucker schaumig rühren, dann das Ei dazugeben, gut vermischen, Zimt, Backpulver und die Mehle mischen und  alles zu einem glatten Teig verarbeiten. In Folie gewickelt eine Stunde kühl stellen. Dann etwa 5 Minuten bei Raumtemperatur liegen lassen, ausrollen und Kreise ausstechen (ich habe ein kleines Glas genommen). Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im vorgeheizten Ofen bei 160C etwa 15 Minuten backen, bis sie leicht bräunen.  


Schlicht und trotzdem schmackhaft! 

Eure Tinka

Kommentare:

  1. Hildegard von Bingen ist mir ein Begriff, da ich mich schon sehr lange mit Phytotherapie beschäftige. Nur in dem Museum war ich leider noch nie. Wäre einen Ausflug wert.
    Mit Dinkelmehl backe ich lieber - der moderne Weizen ist zu hochgezüchtet.
    Das Rezept nehme ich gern mit.

    Liebe Grüße und ein schönes sonniges Wochenende
    Sara

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    1. Danke! Sehe ich ähnlich, mit dem Weizen. Allerdings vertrage ich zuviel Dinkel nicht, deswegen mische ich. Wenn ich backe, aber immer mit Dinkelmehl.
      LG
      Tinka

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  2. Hallo Tinka,
    in das Museum würde ich auch gerne mal gehen. Die Kekse habe ich auch schon mal gebacken, allerdings war bei mir noch Muskat, Nelken und Mandeln im Teig.
    Die Kekse sind wirklich lecker.
    Liebe Grüße
    Birthe

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    1. Ja, genau, das mit Muskat kenne ich auch als Variante! Gegen Mandeln bin ich neuerdings allergisch, hat mir zumindest ein Allergietest gesagt, gemerkt hab ich davon nix :-) Stell ich mir auch gut darin vor!
      LG
      Tinka

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  3. Hey,
    Ich habe in Bingen studiert, lebe mittlerweile nur rund 20km von Bingen entfernt, aber in dem Laden und auch dem Kräutergarten war ichnoch nie,.... Schande über mich. Aber morgen ist ja wochenende -)
    Liebe Grüße und Danke für die Ausflugsidee,
    Julia

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    1. Ehrlich? Aber ich lebe hier auch schon über 13 Jahre und war das erste Mal dort :-)
      LG
      Tinka

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  4. Liebe Tinka, schön, dass du wieder da bist! Ich kenne Hildegard von Bingen und finde deinen Beitrag so interessant, dass ich selbst Lust bekommen habe, bald mal dort hinzufahren! Dinkel verwende ich übrigens immer, egal was ich backe!
    LG Nina

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    1. Das freut mich! Ich nehme auch immer Dinkel zum Backen!
      LG
      Tinka

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  5. Liebe Tinka,
    Eine sehr interessante Frau die Hildegard von Bingen ...
    Ihrer Zeit weit vorraus :-)
    Die Kekse sind sehr lecker.
    Wunderschöner Beitrag von Dir.
    Herzliche Grüße,
    Sabine

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